Mit Enttäuschungen umgehen

Seit ein paar Monaten begleite ich meinen Vater regelmässigen zu den Bibeltreffen in Finsterhennen. Beim gestrigen Treffen wurde die Jugend gefragt, wie wir mit Enttäuschungen umgehen. Niemand wollte antworten (ausser die Antwort, dass wir nicht antworten wollen, was genau genommen, natürlich auch eine Antwort ist). In diesem Brief möchte ich das kurz nachholen, denn gestern war mir nicht danach.

Eine Sichtweise, die in der Runde erwähnt wurde: Das Wort Enttäuschung besteht aus «Ent» und «Täuschung», was bedeutet, der Täuschung ein Ende zu setzen. In dem Sinne ist es etwas Positives, denn ich bin nicht mehr getäuscht, sondern sehe jetzt wieder klar.

Meine Herangehensweise fängt früher an. Wenn ich es schaffe, keine Erwartungen zu haben, dann kann ich gar nicht enttäuscht werden.

Die Kunst liegt vermutlich darin, keine Erwartungen zu haben.

Das mag vielleicht jetzt kalt und emotionslos wirken, ist es meiner Meinung nach aber nicht. Erwartungen existieren immer nur in meinem Kopf und beziehen sich auf die Zukunft.

Ich kann im Hier und Jetzt voller Emotionen leben und meine Energie einfach gar nicht mit Erwartungen verschwenden, denn diese existieren im jetzigen Moment nicht. Sie sind ein Hirngespinst.

Wenn ich es also schaffe, bewusst im Hier und Jetzt zu leben, im aktuellen Moment, dann schaffe ich es auch, keine Erwartungen zu haben und somit folglich niemals enttäuscht zu werden.

Das ist einfach, aber nicht immer leicht.

Alles Liebe,

Unterschrift

Nathanael Dalliard
nathanael@dalliard.ch

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